Die Elektrifizierung von Unternehmensflotten ist längst keine Zukunftsvision mehr. Viele Firmen haben bereits Elektrofahrzeuge eingeführt und erste Erfahrungen gesammelt. Doch eine entscheidende Frage bleibt häufig unbeantwortet: Lohnt sich die Investition in Ladeinfrastruktur zuhause für Mitarbeitende oder reicht öffentliches Laden oder Laden am Arbeitsplatz aus?
Auf den ersten Blick wirken die Investitionskosten hoch. Eine Ladestation pro Mitarbeitenden bedeutet schnell mehrere tausend Franken pro Fahrzeug. Unsere Analyse zeigt jedoch ein anderes Bild: Über die Zeit hinweg ist das Laden zuhause nicht nur komfortabler, sondern auch wirtschaftlich klar im Vorteil.
Zuhause laden vs. öffentlich laden: Zwei völlig unterschiedliche Kostenwelten
In unserem vorherigen Artikel haben wir bereits über die Preisvolatilität bei öffentlichen Ladestationen gesprochen. Hier nochmals eine kleine Zusammenfassung.
Zuhause:
- Durchschnittskosten: ca. 0.30 CHF/kWh
- Hohe Planbarkeit
- Kaum Preisvolatilität
Öffentliches Laden:
- 0.28 CHF/kWh bis über 1.00 CHF/kWh
- Massive Preisbandbreite
- Abhängig von Anbieter, Standort, Ladeleistung und Zeitpunkt
- Geringe Planbarkeit
-
Diese Preisspannweite bei öffentlichen Laden ist kein Ausreisser – sie ist Alltag. Diese Volatilität erschwert nicht nur die Budgetplanung, sondern führt langfristig zu deutlich höheren Gesamtkosten.
Das Ladeverhalten verändert die Kostenstrukturmassiv
Genauso wichtig wie der Preis selbst ist die Frage, wo tatsächlich geladen wird. Sobald Mitarbeitende eine eigene Ladestation zuhause erhalten, verändert sich das Ladeverhalten deutlich.
Aus vorherigen Analysen zeigen sich folgende Lademuster:
Mit Ladestation zuhause:
- 69% Home
- 19% Work
- 12% Öffentlich
Ohne Ladestation zuhause:
- 54% Öffentlich
- 46% Work
Diese Verschiebung wird sich direkt auf die Kostenstruktur aus und genau hier liegt der entscheidende Hebel.
Zwei Flotten im direkten Vergleich
Um diesen Effekt greifbar zu machen, betrachten wir zwei identische Flotten mit jeweils 50 Fahrzeugen – berechnet am Beispiel eines Škoda Enyaq mit einer jährlichen Fahrleistung von 20’000 Kilometern pro Fahrzeug.
Flotte A ist optimiert: Alle Mitarbeitenden verfügen über eine eigene Ladestation zuhause.
Flotte B hingegen ist nicht optimiert: Es gibt keine Heimladelösung, geladen wird überwiegend öffentlich oder am Firmenstandort. Der Unterschied zwischen den beiden Flotten liegt somit ausschliesslich in der Ladeinfrastruktur – nicht in den Fahrzeugen oder deren Nutzung.
Ein Fahrer der optimierten Flotte lädt den Grossteil seines Energiebedarfs zuhause oder am Arbeitsplatz. Rund 88 Prozent der Ladevorgänge finden dort statt, zu durchschnittlichen Kosten von etwa 0.32 CHF pro kWh. Nur ein kleiner Anteil von 12 Prozent entfällt auf öffentliche Ladestationen. Daraus ergeben sich jährliche Ladekosten von rund 1’698 CHF.
Ein Fahrer der nicht optimierten Flotte hingegen ist deutlich stärker auf öffentliche Ladepunkte angewiesen, da keine Heimladestation zur Verfügung steht. Entsprechend höher fallen seine jährlichen Ladekosten aus: Sie belaufen sich auf rund 2’490 CHF pro Jahr.
Der Kostenverlauf über 5 Jahre
Die Installation von Heimladestationen erfordert zunächst eine spürbare Anfangsinvestition. Bei einer Flotte von 50 Fahrzeugen summiert sich diese rasch auf einen sechsstelligen Betrag.
Die folgende Simulation betrachtet exemplarisch jeweils einen Fahrer pro Flotte. Flotte A startet dabei aufgrund der Investition von rund 2'000 CHF pro Heimladestation mit höheren Anfangskosten – unter der Annahme, dass Unternehmen in der Praxis meist nicht die vollständigen Installationskosten (ca. 3'500 CHF) übernehmen. Tatsächlich beobachten wir bei vielen Firmenflotten Zuschüsse im Bereich von 1'000 bis 2'000 CHF pro Mitarbeitenden. Für die Simulation wird daher ein realistischer Erfahrungswert von 2'000 CHF angesetzt.

Mit Blick auf die laufenden Energiekosten zeigt sich jedoch schnell ein klarer Trend. Die optimierte Flotte A reduziert durch den hohen Anteil an Heim- und Geschäftsladungen ihre Betriebskosten deutlich und holt den anfänglichen Kostennachteil Jahr für Jahr auf.
Nach wenigen Jahren unterschreiten die kumulierten Gesamtkosten der Flotte mit Heimladestation jene der Flotte ohne entsprechende Infrastruktur. Die Abbildung visualisiert diesen Verlauf sowie den Zeitpunkt der Amortisation. Ab etwa 2,52 Jahren führt jede weitere Betriebsperiode zu einem finanziellen Vorteil für das Unternehmen.
Warum sich das Investment rechnet
Der wirtschaftliche Vorteil entsteht aus mehreren zusammenwirkenden Effekten. Teure öffentliche Ladevorgänge werden reduziert, während günstige und stabile Heimladetarife dominieren. Gleichzeitig steigt die Planbarkeit der Energiekosten erheblich, was insbesondere bei grossen Flotten einen strategischen Vorteil darstellt.
Hinzu kommen operative Effekte: Mitarbeitende sparen Zeit, da sie nicht aktiv nach Ladestationen suchen müssen und die Zufriedenheit steigt durch den Komfort des Ladens zuhause. Optimierung bedeutet daher nicht nur Kostensenkung, sondern auch Effizienzgewinn.
Eine strategische Investition statt zusätzlicher Kosten
Was zunächst wie eine hohe Ausgabe wirkt, entpuppt sich langfristig als strategische Investition. Flotten mit Heimladeinfrastruktur profitieren von niedrigeren Gesamtkosten, höherer Planungssicherheit und effizienteren Abläufen.
Die eigentliche Frage lautet daher nicht mehr, ob sich Heimladestationen lohnen, sondern wie schnell Unternehmen von dieser Optimierung profitieren möchten.
Neu: ROI-Rechner für Ihre Flotte
Möchten Sie auch wissen, wie viel Sie sparen können? Mitunserem ROI-Rechner können Sie die Kosteneinsparungen und CO₂-Reduktion beim Umstieg auf Elektromobilität mit unseren intelligenten Ladelösungen.
Mit dem ROI-Rechner können Sie anhand folgender Daten Ihre Ersparnisse berechnen:
- Anzahl Fahrzeuge
- Anteil Home/Work/Public
- Investitionskosten



